Parkinson und Bewegungsstörungen

Forschungsprojekte

Der wissenschaftliche Fokus unserer Projekte besteht mit wenigen Ausnahmen im Bereich der nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung, v.a. der Schlaf-Wach-Störungen, der autonomen Störungen und der Impuls-Kontroll-Störungen. In diesem Bereich führen wir klinische randomisierte, doppelblinde und kontrollierte Studien durch, aber auch humane Studien zur besseren Erfassung dieser Störungen, u.a. mittels funktionellem MRI, Polysomnographien und Tests zur Erfassung der Magenentleerung und der kardiovaskulären Funktionen. Im tierexperimentellen Bereich befassen wir uns primär mit Verhalten und Neuroprotektion.


 

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

  • PD Dr. D. Waldvogel, Konsiliararzt
  • Prof Dr. E. Wolters, Konsiliararzt
  • Dr. D. Noain, Gruppenleiterin experimentelle Forschung
  • Dr. Ph. Valko, Oberarzt
  • PD Dr. G. Eisele, Oberarzt
  • Dr. H. Baumann-Vogel, Assistenzärztin
  • Dr. L. Imbach, Assistenzarzt
  • Dr. S. Schreglmann, Assistenzarzt
  • Dr. M. Sommerauer, Assistenzarzt
  • Dr. F. Büchele, Assistenzarzt
  • Dr. M. Hackius, Oberarzt i.V.
  • M. Morawska, PhD-Doktorandin
  • Prof. Dr. Ch. Baumann, Leitender Arzt


 

Adresse/Kontakt

Klinik für Neurologie
UniversitätsSpital Zürich
Frauenklinikstrasse 26
8091 Zürich


 

Wissenschaftliche Schwerpunkte

Charakterisierung und Therapie von verzögerter Magenentleerung und orthostatischer Dysregulation beim Morbus Parkinson

Team    Sebastian Schreglmann, Lorenz Epprecht, Oliver Götze, Lukas Zimmerli

Projektleitung    Daniel Waldvogel, Christian Baumann

Beschreibung    Autonome Symptome gehören zu den häufigsten Beschwerden beim Parkinson-Patienten. Für viele dieser Symptome bestehen unzureichende, schlecht verträgliche oder gar keine Behandlungsmöglichkeiten. In diesem Projekt geht es darum, zwei autonome Störungen (verzögerte Magenentleerung und orthostatische Dysregulation) genau zu erfassen mittels Octanoat-Atemtest, Langzeitblutdruckmessung und anderen Methoden, und andererseits zu prüfen, ob mittels in diesem Rahmen neuartiger Modulation der cholinergen Neurotransmission eine Besserung erzielt werden kann.

Förderung         Parkinson Schweiz

Schlaf, Neurodegeneration und Neuroprotektion

Team    Marta Morawska, Daniela Noain, Sebastian Schreglmann, Eva Symeonidou

Projektleitung    Christian Baumann

Beschreibung    Aus der Alzheimerforschung gibt es Hinweise auf einen neuroprotektiven Effekt von Schlaf, und umgekehrt eine Akzeleration der Proteinaggregation unter Schlafentzug. Dieses translationale Projekt untersucht den klinischen und neuropathologischen Verlauf unter Schlafförderung und Schlafentzug an einem neuen genetischen Parkinson-Maus-Modell mit progressiver alpha-Synuclein-Ablagerung, nigraler Degeneration und motorischen wie nicht-motorischen Symptomen. Im Menschen wird in einem doppelblind randomisierten und placebo-kontrollierten Ansatz der Einfluss der Schlafpromotion auf die nächtlichen Symptome und auf den klinischen Verlauf untersucht.

Förderung         UCB, Klinischer Forschungsschwerpunkt der UZH

Charakterisierung der Apathie bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen

Team    Natalie Neumark, Marta Morawska,, Eva Symeonidou

Projektleitung    Daniela Noain, Christian Baumann

Beschreibung    Apathie gehört zu denjenigen Symptomen, die die Lebensqualität beim Morbus Parkinson am meisten beeinträchtigen. Die zugrundeliegende Pathophysiologie ist jedoch weitgehend unbekannt, es werden serotoninerge und dopaminerge Malfunktionen angenommen. Im Tiermodell von Parkinson-Erkrankung, Trauma, Alzheimer-Demenz und Depression versuchen wir eine Abgrenzung bezüglich Verhalten und Neurochemie der Apathie von Depression und Schläfrigkeit mittels Verhaltenstest, EEG-Elektrophysiologie und pharmakologischer Modulation.

Der Einfluss von dopaminerger und hypocretinerger Malfunktion auf fehlgeleitetes Belohnungsverhaltens und Schlaf-Wach-Störungen

Team    Heide Baumann-Vogel, Miriam Wienecke, Esther Werth, Sophie Schwartz, Armand Mensen, Rositsa Poryazova, Philipp Valko

Projektleitung    Ramin Khatami, Christian Baumann

Beschreibung    Sowohl beim Dopamin-defizienten Morbus Parkinson als auch bei der Hypocretin-defizienten Narkolepsie bestehen Hinweise auf fehlgeleitete Impulskontrolle und defektive Arousal-Mechanismen. Beide Neurotransmittersysteme sind mit beiden Sypmtomenkomplexen assoziiert. Mittels elektrophysiologischer Charakterisierung, neurochemischer Messungen und funktioneller Magnetresonanztomographie hat dieses Projekt zum Ziel, die Einflüsse der einzelnen Neurotransmittersysteme in den Patientengruppen und Kontrollen besser einzugrenzen.

Förderung         Parkinson Schweiz, SNF

Subthalamische tiefe Hirnstimulation und Modulation nicht-motorischer Symptome

Team    Heide Baumann-Vogel, Oguzkan Sürücü, Lukas Imbach, Spyros Kollias, Ruth O'Gorman, Peter Brugger, Mechtild Uhl

Projektleitung    Christian Baumann

Beschreibung    Zunehmend wird die Wirkung der subthalamischen tiefen Hirnstimulation auf verschiedene nicht-motorische Symptome beachtet, u.a. auf Schmerzen, Impuls-Kontroll-Störungen und andere neuropsychiatrische Symptome. Mittels optimierter MR-Techniken (inklusive Traktographien) und elektrophysiologischen Messungen (inklusive intraoperative evozierte Potentiale) möchte dieses Projekt nebst der Erfassung auch die neuroanatomischen und physiologischen Grundlagen beleuchten, damit die tiefe Hirnstimulation für Parkinson-Patienten besser massgeschneidert werden kann.

Förderung         N.N.

Catechol-O-Methyltransferase-Inhibition: mehr als nur mehr L-Dopa-Verfügbarkeit?

Team    Michael Sommerauer, Amandine Valomon, Daniela Noain, Michael Linnebank, Andreas Luft

Projektleitung    Hanspeter Landolt, Christian Baumann

Beschreibung    Hemmer der Catechol-O-Methyltransferase werden bei Parkinson-Patienten oft eingesetzt, um die Wirkdauer und die Bioverfügbarkeit von L-Dopa zu verlängern. Da dieser Enzymhemmer zu einer verminderten Anreicherung von Homocystein und zu weniger pulsatiler Stimulation führt, ist es möglich, dass die Substanz auch vaskuloprotektive und verlaufsmodulierende Effekte hat, was in einem translationalen Projekt untersucht wird. Es kommt eine placebo-kontrollierte, doppelblinde und randomisierte Studie mit klinischer und dopplersonographischer Beobachtung zur Anwendung, zum anderen die Applikation in einem genetischen Tiermodell mit progressiver Synucleinopathie.

Förderung         Zurich Center of Integrative Human Physiology (ZIHP)

3D-akzelerometrische Langzeitmessung und funktionelles Bildgebung von verschiedenen Tremorformen

Team    Michael Sommerauer, Lukas Imbach, Sebastian Schreglmann, Roger Gassert, Fredy Buck, Felix Kuhn

Projektleitung    Christian Baumann

Beschreibung    Verschiedene Erkrankungen manifestieren sich mit einem Tremor, beispielsweise die Parkinson-Erkrankung, der essentielle Tremor, die Wilson-Erkrankung oder der rubrale Tremor. Die Pathophysiologie dieser Tremorformen ist weitgehend unbekannt, wenngleich bekannt ist, dass verschiedene Hirnareale an der Pathophysiologie beteiligt sind. Mit dieser Studie soll die elektrophysiologische Langzeitmessung mit funktionellen Imaging-Daten assoziiert werden, um einerseits die Diagnostik und andererseits das pathophysiologische Verständnis von Tremor zu verbessern.

Förderung         Keine

Fokussierter Ultraschall für die Behandlung von Bewegungsstörungen

Team    Sebastian Schreglmann, Oguzkan Sürücü, Beat Werner, Ronald Bauer, Stephan Hägele-Link

Projektleitung    Ernst Martin, Ouzgkan Sürücü/Christian Baumann (Zürcher klinischer Teil)

Beschreibung    Die tiefe Hirnstimulation ist hochspezialisierte Medizin, aber zum Standardverfahren in der Behandlung konservativ ungenügend gut behandelbarer Bewegungsstörungen geworden. Es gibt weiterhin Kontraindikationen gegen dieses Verfahren, welche dazu führen, dass es nicht für alle Patienten zugänglich ist. Eine mögliche Alternative ist der läsionelle, MRI-gesteuerte fokussierte Ultraschall, welcher Ablationen spezifischer Hirnareale ohne Öffnung der Schädel-Kalotte ermöglicht. Im Rahmen dieses kollaborativen Projektes wird diese Therapie in einem Pilotverfahren bei sorgfältig ausgewählten Patienten mit Bewegungsstörungen angewendet.

Förderung         Keine.