Schwindelbus

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Menschen in einem höheren Lebensalter leiden vermehrt an Schwindel. Meist handelt es sich um einen gutartigen Lagerungsschwindel. Er entsteht durch Kristalle, die sich im Innenohr lösen, herumschwimmen und das Gleichgewichtssystem reizen.

Die Therapie des gutartigen Lagerungsschwindels ist einfach. Durch bestimmte Bewegungen des Kopfes – sogenannte Befreiungsmanöver – gelangen die Kristalle zurück in ihre ursprüngliche Position. Die Befreiungsmanöver gehören zu den erfolgreichsten therapeutischen Massnahmen in der Medizin. In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind die Betroffenen nach einem korrekt durchgeführten Befreiungsmanöver schwindelfrei. Bei älteren Menschen wird die Diagnose allerdings nicht selten verpasst oder die Manöver sind wegen der eingeschränkten Beweglichkeit nicht optimal möglich. Der Schwindelbus bringt dafür eine Lösung: Mit seinem mobilen Drehstuhl kann der Schwindel diagnostiziert und behandelt werden, ohne dass Patientinnen und Patienten ihre sitzende Körperhaltung verändern müssen.

In einem Pilotprojekt besucht das UniversitätsSpital Zürich mit dem Schwindelbus elf Alters- und Pflegeheime. Bewohner/innen, die an Schwindel leiden, können sich im Drehstuhl untersuchen und behandeln lassen. Diese Dienstleistung wird kostenlos angeboten – dank einer Schenkung von Dr. Hans-Peter Wild an die USZ Foundation.

Der Nutzen des Drehstuhls wird im Rahmen des Pilotprojektes wissenschaftlich untersucht. Die Daten werden dazu selbstverständlich anonymisiert ausgewertet. Bewährt sich der Schwindelbus, soll er zu einem festen Angebot des UniversitätsSpitals Zürich werden.

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Was sind die Ziele der Studie?

  • Wir wollen wissen, wie häufig der gutartige Lagerungsschwindel bei Bewohner/-innen von Alters- und Pflegeheimen vorkommt.
  • Zu diesem Zweck haben wir einen Drehstuhl entwickelt, mit dem der gutartige Lagerungsschwindel ohne grosse Belastung der Schultern, des Beckens und der Wirbelsäule diagnostiziert werden kann. Zur Diagnose helfen uns die Angaben der Patienten (Fragebogen). Zudem werden im Drehstuhl die Augenbewegungen erfasst – mit einer bequemen Brille mit eingebauter Videokamera.
  • Ein weiterer Vorteil des Drehstuhls ist, dass man den gutartigen Lagerungsschwindel sofort mittels einfacher Drehungen behandeln kann.
  • Wir wollen wissen, wie effektiv die Therapie mit dem Drehstuhl ist, das heisst, wie viele Patienten nach den Drehungen beschwerdefrei sind.
  • Der Erfolg der Therapie wird durch eine erneute Drehung bestimmt. Dabei helfen uns neben den Angaben der Patienten und die Messung der Augenbewegungen.

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Um was handelt es sich beim sogenannten gutartigen Lagerungsschwindel?

  • Der gutartige Lagerungsschwindel wird auch benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel (BPLS) genannt. Paroxysmal bedeutet, dass der Schwindel typischerweise nach einer Lageänderung des Kopfes plötzlich auftritt.
  • In den drei Bogengängen der beiden Innenohren befindet sich eine Flüssigkeit, die sich bei jeder Kopfdrehung bewegt. Diese Bewegungen der Flüssigkeit werden von Sinneszellen registriert und in ein Signal für das Gehirn umgewandelt. Das Gehirn verwendet diese Information, um die Augen und den Körper stabil zu halten.
  • Der gutartige Lagerungsschwindel wird durch Kristalle ausgelöst, die fälschlicherweise in einem Bogengang des Innenohrs herumschwimmen und sich am tiefsten Punkt des Bogengangs ablagern. Während sie an den tiefsten Punkt des Bogengangs absinken, wird die Flüssigkeit im Bogengang bewegt.
  • In dieser Situation führt jede Änderung der Kopfposition zu einem Drehschwindel mit entsprechendem Augenzittern. Dies kann bis zu 60 Sekunden andauern. Der Drehschwindel und das Augenzittern verschwinden jeweils, wenn der Kopf ruhig gehalten wird.
Bei wem kommt der gutartige Lagerungsschwindel vor?
  • Der gutartige Lagerungsschwindel kommt in sämtlichen Personengruppen vor und ist die bei weitem häufigste Form von Schwindel.
  • Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit des gutartigen Lagerungsschwindels zu.


Anforderungen an Alters-, bzw. Pflegeheim

Was kostet die Studie?
  • Die Studie wird komplett durch die Schenkung von Dr. Hans-Peter Wild an die USZ Foundation finanziert.
  • Den Alters- oder Pflegeheimen und den teilnehmenden Bewohnern/-innen entstehen keine Kosten.
An wie vielen Tagen wird die Studie im Alters-, bzw. Pflegeheim durchgeführt?

  • Die erste Visite (Anamnese) dauert je nach Anzahl der Bewohner/-innen des Alters- oder Pflegeheims 1-2 Tage.
  • Die zweite Visite (Diagnose und allenfalls Therapie) wird direkt im Anschluss an die erste Visite durchgeführt und dauert je nach Anzahl Studienteilnehmer/-innen zwischen 1-3 Tagen.
  • Die dritte Visite (Nachkontrolle) wird 1-2 Wochen nach der zweiten Visite durchgeführt und dauert höchstens noch einige Stunden.
  • Für alle drei Visiten werden wir keinen Zeitplan erstellen, um möglichst flexibel zu sein und die Angestellten und Bewohner/-innen möglichst wenig in ihrer alltäglichen Routine zu stören.

Welche Infrastruktur wird für die Studie benötigt?
  • Für die erste und dritte Visite wird keine Infrastruktur benötigt.
  • Für die zweite Visite wird ein Zimmer/Raum benötigt, in dem der Drehstuhl aufgestellt werden kann.
  • Dadurch, dass der Drehstuhl zusammengeklappt werden kann und Räder hat, können wir den Drehstuhl praktisch überall hin transportieren. Die Türen müssen aber mindestens 0.9 m breit und 1.6 m hoch sein. Treppen können nicht überwunden werden.
  • Der Raum, in dem der Drehstuhl aufgestellt wird, benötigt einzig eine frei Bodenfläche von 2.5 m x 3.0 m und eine Raumhöhe von 2.1 m.
  • Im besten Fall befindet sich der Raum in der Nähe der Aufenthaltsräume der Bewohner/-innen oder ist relativ schnell über einen Lift erreichbar.
  • Darüber hinaus gibt es keine Anforderungen an den Raum. Es kann sich um jegliche Art von Raum handeln.
Was wird ansonsten benötigt?

Eine Liste aller Bewohner/-innen, die sich im Schwindelbus untersuchen lassen möchten (Liste mit Name, Vorname und Geburtsdatum).


Bei Fragen können Sie sich jederzeit bei cand. med. Rainer Müller (medizinische Betreuung, rainer.mueller@uzh.ch) oder Dr. med. Stefan Bögli (Koordinator und Leiter, stefanyu.boegli@usz.ch / +41 79 506 31 96) melden. Die medizinische und wissenschaftliche Verantwortung für das Projekt liegt bei Prof. Dr. med. Dominik Straumann (Leitender Arzt, Klinik für Neurologie, dominik.straumann@usz.ch / +41 044 255 55 64).



Die USZ Foundation unterstützt Projekte wie den Schwindelbus, die das Leben der Menschen unmittelbar verbessern. Möchten Sie mehr über die Stiftung oder die Spendenmöglichkeiten erfahren? Geschäftsführerin Corinna Adler (corinna.adler@usz-foundation.com / 043 254 55 00) freut sich über Ihre Kontaktaufnahme.
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