Multiple Sklerose und Neuroimmunologie

Einführung

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische entzündliche Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, bei der die Schutzschicht der im Gehirn und Rückenmark verlaufenden Nervenfasern zerstört wird. Sie wird auch Enzephalomyelitis disseminata (ED) genannt. Übersetzt heißt dies: eine im Gehirn und Rückenmark verstreut auftretende Entzündung. Das Gehirn stellt eine Art Schaltzentrale dar, in der Signale über das Rückenmark zum Körper gesendet oder von dort empfangen werden. Für diese Signalübertragungen sind verschiedene Nervenfasern verantwortlich, die ähnlich wie elektrische Kabel von einer Schutz- bzw. Isolierschicht umgeben sind, dem Myelin. Entsteht ein Entzündungsherd im Bereich dieser Schutzschicht, wird das Myelin zerstört und aufgrund der fehlenden Schutzschicht können die Botschaften nicht mehr so wirkungsvoll übertragen werden. Die Multiple Sklerose verläuft sehr unterschiedlich, je nachdem welcher Hirnteil bzw. Nerv betroffen ist, können unterschiedliche Funktionsstörungen des Nervensystems auftreten. Die Krankheit beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und kann unterschiedlichen Verläufen folgen. In der Schweiz leben rund 10.000 Multiple Sklerose-Betroffene.

Folgende Symptome können bei der Multiple Sklerose Erkrankung auftreten:

  • Koordinationsprobleme:
    Schwindel, Geh- oder Gleichgewichtsstörungen, Zittern
  • Spastizität:
    Eine veränderte Muskelspannung kann vermehrte Muskelsteifheit hervorrufen, die das Gehvermögen beeinträchtigt.
  • Sehstörungen:
    Verschwommenes Sehen, Doppelbilder, unfreiwillige schnelle Augenbewegungen.
  • Empfindungsstörungen:
    Kribbeln, Taubheit oder andere Fühlstörungen
  • Schmerzen:
    Oft treten bei MS auch Schmerzen auf, z. B. im Gesicht oder in der Muskulatur.
  • Sprachstörungen:
    Undeutliche Aussprache, Veränderung des Sprechrhythmus.
  • Kognitive und emotionale Störungen:
    Gedächtnis- und andere Denkstörungen, verminderte Konzentrationsfähigkeit und Störung der Urteilskraft.
  • Mattigkeit:
    Es tritt häufig eine allgemeine Ermüdungserscheinung auf, die in keinem Verhältnis zur körperlichen Tätigkeit des Betroffenen steht.

Die meisten Betroffenen leiden unter mehreren dieser Symptome.

Andere neuroimmunologische Erkrankungen sind: Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom sowie andere paraneoplastische Syndrome, Myositis, Guillain-Barré-Syndrom und andere Polyradikuloneuritiden.

Die Anmeldung für diese Sprechstunde erfolgt über Ihren behandelnden Arzt.

Auskunft

UniversitätsSpital Zürich
Neurologische Poliklinik
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